14. Apr 2022

IKARUS 21.0
IKARUS 21.0
© Kay Herschelmann

IKARUS 21.0

Auszeichnung herausragender Berliner Theaterinszenierungen und -projekte für Kinder und Jugendliche in pandemischen Zeiten

Trotz pandemischer Situation und kulturellem Shutdown hob der IKARUS auch im Jahr 2021 wieder ab! Der Name des etablierten und anerkannten Preises der JugendKulturService gGmbH richtete in diesem Jahr seinen Blick mit einem Sonderformat auf die schwierige Situation der Berliner Kinder- und Jugendtheater. Im Mittelpunkt der Preisverleihung stand der kreative, vielfältige und innovative Umgang der Szene mit der pandemischen Lage. Dieser zeigte viel mehr als einen Hoffnungsschimmer, er präsentierte Besucher:innen und Theatermacher:innen neue und beispielgebende Wege des Theaters für ein junges Publikum.

Etablierte Theaterhäuser für ein junges Publikum sowie freie Gruppen erarbeiteten auf vielfältige und kreative Weise ganz unterschiedliche Wege, um trotz Schließung der Spielorte weiterhin mit den Theaterbesucher:innen in Kontakt zu bleiben und ihnen Theatererlebnisse auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen zu ermöglichen. Im Rahmen des IKARUS 21.0 ging die Jury diesen ungewöhnlichen Herangehensweisen in Pandemiezeiten nach, um besonders innovative Beispiele hervorheben.

Gesucht wurden dabei insbesondere Projekte, die über das Streamen vorhandener Produktionen hinaus gingen und spannende Dimensionen erschufen; beispielsweise kreative digitale Ideen zur Publikumsbindung in Zeiten des Lockdowns, ungewöhnliche Outdoorinszenierungen und andere hybride Formate.

Die von der IKARUS-Jury ausgewählten herausragenden Projekte wurden als „best-practice-Beispiele“ in einer Sonderedition – dem IKARUS 21.0 – als Life-Stream aus dem Atze Musiktheater präsentiert. Die zehn nominierten Produktionen standen in ihrer Vielfalt gleichwertig als Ausgezeichnete auf der Bühne des Atze Musiktheaters. Beim IKARUS 21.0 wurden zehn Trophäen für zehn nominierte Produktionen vergeben, die sich auch das Preisgeld zu gleichen Teilen aufteilten.

Kategorien und ausgezeichnete Produktionen

Theater ins Netz

Theater ins Netz
Theater ins Netz
© Kay Herschelmann

In der Kategorie Theater ins Netz wurden besonders kreative digitale Ansätze ausgezeichnet.

Bei Mambuso und die Weihnachtskugel – digital mit euch! erschuf die Astrid-Lindgren-Bühne durch Zuschalten der Zuschauenden per Videokonferenz einen gemeinsam geteilten Raum, in dem alle miteinander interagieren können.

Das GRIPS Theater brachte im Shutdown seine Produktion Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück als Stream zur Uraufführung. Doch statt nur abzufilmen, wurde die Inszenierung durch die Videokünstlerin Katharina Tress zu einem ganz eigenen filmischen Kunstwerk.

Mit Bei Atze unterm Sofa zeigte das ATZE Musiktheater in einem Livestream nicht nur aktuelle Theaterarbeiten, sondern stellte seine Künstler:innen vor, gewährte Blicke hinter die Bühne und die zuschauenden Kinder konnten sich mit ihren eigenen kleinen Kunstwerken in den Stream einbringen.

Dass man unter Nutzung einer Videokonferenzsoftware komplett eigenständige Theaterproduktionen erschaffen kann, wobei die Schauspielenden sogar in verschiedenen Städten agieren und das Publikum aus ganz Deutschland zugeschaltet ist, zeigte auf herausragende Art und Weise die freie Gruppe United Puppets mit Weil heute mein Geburtstag ist.

Theater auf anderen Wegen

Theater auf anderen Wegen
Theater auf anderen Wegen
© Kay Herschelmann

Mit Theater auf anderen Wegen verließen die Theater ihr bekannte Orte und eroberten die Straßen sowie ungewohnte Spielräume.

Das Atze Musiktheater besetzte mit ihren KIEZ Konzerten Plätze im Stadtraum, an denen man sonst eher selten über Kunst und Kultur stolpert.

Statt wie geplant Aschewolken im Theater zu inszenieren, verwandelte das Theater Strahl das Gelände von Theater Strahl und der Jugendherberge Berlin Ostkreuz zur Kulisse eines Road-Trips, dem die Zuschauenden per Kopfhörer ganz nah sein konnten.

Eine gänzlich andere Form von Nähe erschuf Jo Parkes in Zusammenarbeit mit dem FELD Theater mit ihrem Walking Project. Trotz körperlicher Distanz und öffentlichem Raum wird mit den Eins-zu-eins-Spaziergängen Nähe und Intimität erzeugt.

Theater jenseits des Theaters

Theater jenseits des Theaters
Theater jenseits des Theaters
© Kay Herschelmann

Auf der Suche nach neuen Formen und Wegen, mit den Zuschauenden in Kontakt zu bleiben, fanden Theater Formate jenseits gewohnter Inszenierungs- und Erzählweisen: Theater jenseits des Theaters. Die Berliner Gruppe machina eX machte die App Telegram zur Bühne, auf der die Teilnehmenden durch Text- und Sprachnachrichten selbst zu Agierenden wurden, ohne die die Produktion Lockdown nicht vorankommen würde.

Auch beim Theater Strahl spielten bei Da geht was! die beteiligten Jugendlichen eine wichtige Rolle bei der Fragestellung: Wie kann das Format eines interaktiven Klassenzimmerstückes in Zeiten eines Shutdowns funktionieren?

Der Kinderclub Rakete Jetzt! von GRIPS Werke e.V. erschuf Theater zwischen zwei Buchdeckeln: Mit ihrer Publikation Level Fear verbinden sie das klassische Medium Buch mit der digitalen Realität der Augmented Reality – ein Theater-Buch-Projekt, das einen förmlich in die Geschichte hinein zieht!

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