Die IKARUS-Nominierungsjury wählt neun Inszenierungen für den IKARUS 2019 aus

IKARUS | Foto: Kay Herschelmann
IKARUS | Foto: Kay Herschelmann

Die IKARUS-Nominierungsjury hat aus 45 Premieren und Neuinszenierungen im Zeitraum zwischen 1. Juni 2018 und 30. April 2019 neun Inszenierungen für den IKARUS-Theaterpreis 2019 nominiert, die den Reichtum und die Vielfalt der Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene abbilden. Von Themen wie Freundschaft, Mut, innere Gefühlswelten, Pubertät, Sexualität und Generationskonflikt, bis hin zu Fremdsein, Rassismus, Freiheit, Diskriminierung, Zuordnung und Ungleichheit findet sich diese Vielfalt ebenso in den Spielformen wieder: Von Schauspiel, über Puppen- und Objekttheater, bis zu Musiktheater und Performance reicht die Auswahl der Inszenierungen, die teils auf Grundlage von bekannten Theaterstücken, als Auftragsarbeiten oder komplett neu erarbeitete Produktionen entstanden. Mit Altersempfehlungen von 0,5+ bis 15+ erreichen die Produktionen mit ihren realen oder märchenhaften Lebenswelten alle jungen Zuschauer*innen.

Die feierliche Preisverleihung des IKARUS 2019 mit Kurzpräsentationen aller Nominierungen und Verkündung des IKARUS-Preisträgers sowie des IKARUS-Jugendjury-Preisträgers findet am 8. November um 18 Uhr im Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin statt.


IKARUS 2019 - die Nominierungen


Future Beats | Theater o.N. | 0,5 +

 
 
Future Beats | Foto: David Beecroft
Future Beats | Foto: David Beecroft

Eine Performance für die Jüngsten ab 6 Monate bis 2 Jahre und ihre Erwachsenen. Mit ihrer Theaterarbeit leistet das Theater o.N. eine ganz besondere Pionierarbeit: Future Beats ist Theater für die Allerkleinsten. Die Kinder sind von Anfang an mittendrin, es gibt keine klassische Darsteller-Zuschaueraufteilung. Jeder, der Raum benötigt, kann ihn sich nehmen, so erforschen die Allerkleinsten den Bühnenraum und die teilweise selbstgebauten Instrumente und tragen so während der Vorstellung zu einem rhythmischen Miteinander bei. Der Regisseur und Komponist Bernd Sikora hat zu Musik und Rhythmus noch Licht und Tanz und Schattentheaterszenen hinzugefügt. Mit der Tänzerin Nasheeka Nedsreal und dem Musiker Andreas Pichler entsteht eine musikalische Insel, auf der sich jeder frei fühlen darf.

O-Ton IKARUS-Jury

In Future Beats wird Raum gegeben, ohne ein bestimmtes Verhalten zu verlangen oder aufzunötigen. Performance für die Jüngsten ab 6 Monate bis 2 Jahre und ihre Erwachsenen, spannend für die Allerkleinsten, entspannend für die Eltern. Den Rhythmus finden. Auf den teilweise selbstgebauten Instrumenten. Im Raum. Im Alltag. Im Verlauf eines Tages, eines Jahres. Rhythmen zum Beispiel im Sinne von Ritualen prägen unsere Zeit von Anfang an. Durch Impulse wird sie geteilt - egal ob mit einer Trommel, einem „Hallo!“ oder mit einem Abschiedskuss. Future Beats überwindet Grenzen: Internationale Melodien und Rhythmen, Ausstattung aus dem Heute, die aber an die Urzeiten der Erde erinnern oder vielleicht an eine Zukunft, in der Kinder und Erwachsenen auf Augenhöhe miteinander spielen.

Bei Vollmond spricht man nicht | Theater Zitadelle/Theater Anna Rampe | 4+

 
 
Bei Vollmond spricht man nicht | Foto: Theater Anna Rampe
Bei Vollmond spricht man nicht | Foto: Theater Anna Rampe

Eine aufregende Reise durch ein Märchenland. Märchen sind doch ein alter Hut und nur was für die Kleinen! Dass dies eben genau so nicht ist, beweisen das Theater Zitadelle und Anna Rampe in einer weiteren wundervollen Inszenierung. Die Geschichte der Prinzessin Lora, die sich gegen Traditionen, ihren immer arbeitenden Vater, seine Regeln und gängige Geschlechterrollen auflehnt, wird mit viel Fantasie und Witz erzählt. Lores trotziger Kampf für ihr Glück und die Möglichkeit zur Mutreise zeigt, wie modern Märchen sind und wie viel Spaß sie machen. Lore zieht los, durchreist das Königreich und trifft dabei auf jede Menge netter und nicht so netter Märchenfiguren, denen sie mit viel Interesse und Empathie begegnet. Und natürlich trifft Lore auch einen Prinzen. Am Ende ist nicht nur sie sondern auch ihr Vater an der Reise gewachsen und hat einiges dazugelernt.

O-Ton IKARUS-Jury

Der Regisseurin Regina Wagner und ihrem Team ist es gelungen, das traditionelle Märchen neu zu interpretieren und es in die heutige Zeit zu übersetzen, ohne es an sich zu verraten. Die beiden Spieler*innen Anna Fregin und Daniel Wagner  fallen durch ihre Spielfreude und das perfekt choreografierte Zusammenspiel auf, das zu jeder Zeit spielerisch leicht erscheint. Das Märchen thematisiert Erfahrungen aus der Lebenswelt der Kinder (Trennung, zu viel arbeitende desinteressierte Eltern, Rollenzuschreibungen, Abgrenzungsversuche, etc.) und verhandelt diese und mit sehr viel Herz und einer gehörigen Portion Witz. Die Tiefe der Figuren, das fabelhafte Spiel, welches die Grenzen zwischen Schau- und Puppenspiel völlig aufhebt, der Witz und die Liebe zum Detail von Figurenentwicklung über das Spiel bis hin zur Ausstattung, die sich in sekundenschnelle in immer neue Orte verwandelt, machen „Bei Vollmond spricht man nicht“ zu einem Muss für alle Puppenspielfans.


Der kleine Wassermann | Zirkusmaria | 4+

 
 
Der kleine Wassermann | Foto: Wil van Lersel
Der kleine Wassermann | Foto: Wil van Lersel

Der Kinderbuchklassiker von Ottfried Preußler auf der Bühne mit einer Puppe und Livemusik. Wer hat grüne Augen und Haare, Schwimmhäute zwischen den Zehen und eine rote Zipfelmütze? Ein kleiner Wassermann natürlich! Und dieser stellt den Alltag im Mühlenweiher ganz schön auf den Kopf. Das Theaterstück nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Ottfried Preußler ist im ganz eigenen so liebevollen wie urkomischen „Zirkusmaria-Stil“ inszeniert, gespielt von Wiebke Alphei und Julia Brettschneider, fantasievoll musikalisch begleitet von Matthias Bernhold. Die Themen Autonomie, Freiheit und Loslösung von den Eltern werden kindgerecht verhandelt.

O-Ton IKARUS-Jury

Zirkusmaria, das bedeutet zusammen mit den Zuschauer*innen in eine Erzählung einzutauchen, nicht um mit ihr zu verschmelzen, sondern immer auf einem feinen Grad zu balancieren zwischen Rollenidentifikation und kommentierender Erzählebene. Im liebevoll ausgestatteten Zuhause im Mühlenweiher werden die Dinge umgedeutet, da wird ein mit Fischen bedruckter Vorhang zur Teichwelt, das Akkordeon zum Spielkameraden. Immer wieder wird das Publikum miteinbezogen und schwimmt schließlich mit dem kleinen Wassermann zusammen bis an die Wasseroberfläche, wo ein riesiger Mond zu sehen ist. So ist „Der kleine Wassermann“ von Zirkusmaria ein aufregender Besuch im Mühlenweiher und eine gemeinsame Reise, die zeigt, wie unterschiedlich man leben kann und sich trotzdem verstehen. Eine wichtige Aussage in unserer Zeit!

ICH, IKARUS | Theater an der Parkaue | 9+

 
 
ICH, IKARUS | Foto: Christian Brachwitz
ICH, IKARUS | Foto: Christian Brachwitz

Ein Musiktheaterstück für Kinder. Für die Auftragsarbeit der Parkaue greifen Oliver Schmaering (Autor) und Sanzhar Baiterekov (Komposition) die Geschichte aus der griechischen Mythologie über Ikarus und seinen Vater Dädalus auf. Aus der Perspektive des jungen Ikarus erzählt uns das Ensemble in Rückblicken und Ausblicken - und immer wieder ganz gegenwärtig in den Gedanken und Gefühlen des Protagonisten den Mythos zeitlos aktuell. Gefangen im Labyrinth auf der Insel Kreta bleiben Vater und Sohn nur die Flucht durch die Luft. Nicht nur den Fluchtplan ersinnt und Flügel baut der Vater, auch mahnt er den Sohn, nicht übermütig zu werden und sich brav beim Fliegen in der Mitte zu halten: Nicht zu hoch hinauszuwollen, nicht zu tief zu fliegen! So entwickelt sich eine Geschichte über einen jungen Menschen, der seinen eigenen Weg gehen will, eine Geschichte über den Wunsch nach Unvernunft und das Ausloten der Grenzen, der eigenen und derer, die uns andere vorgeben.

O-Ton IKARUS-Jury

Unter der Regie von Annette Jahns spielt Florian Pabst mit viel körperlichen und stimmlichen Einsatz zusammen mit den fünf Musiker*innen, die nicht nur Musiker*innen, sondern Mitspieler*inne sind, durch diese Geschichte. Der poetisch-musikalische Text schafft zusammen mit der anspruchsvollen Komposition, die sich dem Kosmos der Neuen Musik bedient, ein ambitioniertes, assoziationsreiches und komplexes Werk. Bis ins kleinste Detail schafft dieses kleine Gesamtkunstwerk einen Ausflug in das Leben Ikarus‘ – Bühnenbild und Kostüme, Videoprojektionen und Licht, Geräusche und Bewegungen, Körper und Klang; alles fügt sich zusammen zu einem spannenden, außergewöhnlich-ambitionierten Kinder-Musik-Theater-Stück.

UNTERSCHEIDET EUCH | THEATER AN DER PARKAUE | 10+

 
 
UNTERSCHEIDET EUCH | Foto: Christian Brachwitz
UNTERSCHEIDET EUCH | Foto: Christian Brachwitz

Ein Gesellschaftsspiel von Turbo Pascal. Wir schaffen Ordnungen, sortieren, achten darauf, dass alles am richtigen Platz ist, und teilen in Systeme ein. Doch nicht nur bei Dingen wird so verfahren, auch bei Menschen. Sich zu unterscheiden ist bisweilen gewollt und schafft uns Identität und Zugehörigkeiten – ob Musikstile, Klamottenwahl oder Peergroup. Doch sind diese Zuordnungen alle gut oder grenzen sie aus?  Welche Zuordnungen sind sichtbar und welche unsichtbar? Und können wir uns unsere Zuordnungen immer aussuchen? Das Theater- und Performancekollektiv Turbo Pascal spielt mit „Unterscheidet euch!“ gesellschaftliche Ordnungen gemeinsam mit den Zuschauer*innen durch, deutet Zusammenhänge an und stiftet an, die gegebenen Ordnungen zu hinterfragen und umzuordnen.

O-Ton IKARUS-Jury

Turbo Pascal ist bekannt für seine besonderen Theaterprojekte. Bisher inszenierten sie für ein Erwachsenenpublikum, am THEATER AN DER PARKAUE realisieren sie nun ihre erste Theaterperformance für ein junges Publikum. Bei „Unterscheidet euch“ sind die Theaterbesucher*innen selbst gefragt, sich immer wieder neu zu positionieren und sich selbst Aussagen und Gruppen zuzuordnen. Im Laufe des Stücks treten die Schauspieler*innen immer mehr in den Hintergrund, die Zuschauer*innen werden immer mehr zu Akteur*innen, die Darsteller*innen zu Regisseur*innen des Theatererlebnisses. Die Energie und Spielfreude von Turbo Pascal nimmt alle mit, keiner bleibt auf den Stühlen. Mit viel Schwung und ohne didaktischen Zeigefinger bringen die Performer*innen das Thema nahe und erschaffen einen Raum mit vielen Begegnungen, Gedanken und Anstößen, die einen auch nach dem Theaterbesuch noch lange begleiten.

Anne Frank | Artisanen | 12+

 
 
Anne Frank | Foto: Artisanen
Anne Frank | Foto: Artisanen

Dokumentarisch biographisches Theater mit Objekten und Puppen. Fast jeder kennt die erschütternde Geschichte hinter dem Ort Prinsengracht 263, die Anne Franks detailliert in ihrem Tagebuch dokumentierte. Acht jüdische Menschen, darunter die gerade 13jährige Anne Frank und ihre Familie, tauchen nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Holland in dem versteckten Hinterhaus unter. Dort leben sie, bis zu ihrer Entdeckung und anschließenden Deportation in verschiedene KZs mehr als 2 Jahre unter schwierigsten Bedingungen. Anne schilderte in ihrem Tagebuch nicht nur die aktuelle politische Lage unter den Nationalsozialisten, die sehr beengten Zustände im gemeinsamen Versteck, sowie das Zusammenleben, sondern auch ihr eigenes Gefühlsleben, das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter und ihren starken Wunsch Schriftstellerin zu werden.

O-Ton IKARUS-Jury

Die Artisanen erzählen diese Geschichte in konzentrierter und stark reduzierter Form, die über die szenische Lesung hinausgeht, als gelungenes Zusammenspiel mit original Fotografien, Elementen des Objekt- und Figurentheaters. Im Zentrum steht Anne als Mensch, ihre Beobachtungs- und Schreibbegabung, ihre Sehnsüchte und Wünsche sowie ihre Ängste.
Mit präzise ausgewählten Textstellen kommt einem Anne als Kind und Tochter, als pubertierende junge Frau aber auch als fokussierte angehende Literatin und Feministin sehr nahe. Stefan Spitzer und Inga Schmidt verstehen es, über stark gesetzte Bilder und über eingespielte Klänge und Töne das versteckte Leben im Untergrund körperlich und seelisch spürbar zu machen. Zeitlos aktuell, greift es zentrale Themen wie Diskriminierung und Unterdrückung aber auch Flucht und Hilfe auf. Eine ergreifende und berührende Inszenierung - in den heutigen Zeiten mahnend und beängstigend zugleich.

Das Nacktschneckengame | GRIPS Theater | 12+

 
 
Das Nacktschneckengame | Foto: David Baltzer - Bildbuehne
Das Nacktschneckengame | Foto: David Baltzer - Bildbuehne

Ein rasantes Adventure-Game im Reich der Pubertät. Statt zum Sexualkundeunterricht zu gehen, schwänzen Anni und Junis diesen auf der Schultoilette, um zu knutschen. Auch Selma und Edgar ziehen es vor, statt zum Unterricht zur Schultoilette zu gehen, um hier heimlich Yum-Yum-Nudeln zu essen. Doch dann passiert etwas Unbegreifbares: Plötzlich finden sie sich in einer Nacktschnecke wieder und sind Protagnisten in einem verrückten Adventure-Game rund um Sexualität, Hormone und sexuelle Identität. So müssen sie sich, immer angetrieben durch die Stimme einer Spielleiterin, von Level zu Level spielen, um ihre Freiheit wiederzuerlangen.

O-Ton IKARUS-Jury

Dieses unverkrampfte Aufklärungsstück schrieb Kerstin Fuchs für das Grips Theater, in dem mit viel Humor fast alles rund um Sexualität und Pubertät behandelt wird, ohne dabei didaktisch zu werden. Das Ensemble spielt sich mit viel Spaß und Einfühlung durch die hormongeschüttelten Figuren und die absurd-irre Handlung. Dabei unterstreicht das abstrakte, organische wirkende Bühnenbild durchaus das Thema und lässt doch viel spielerischen und assoziativen Freiraum. Poppige, gut komponierte Songs runden dieses gegenwärtig-frische Aufklärungsstück ab. Theater, das einen auch noch mitreißt, wenn man schon längst aus der Pubertät raus ist.

Dschabber | GRIPS Theater | 13+

 
 
Dschabber | Foto: David Baltzer - Bildbuehne
Dschabber | Foto: David Baltzer - Bildbuehne

Europäische Erstaufführung. Die selbstbewusste 16-jährige Muslima Fatima, die ein Kopftuch trägt, muss wegen eines anti-muslimischen Graffitis auf Wusch ihrer Eltern die Schule wechseln. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn sie nicht ihre Freundinnen aus der selbsternannten Gang mit dem Namen “Die Dschabber“ vermissen würde. Hinzu kommt, dass sie ihren neuen eigensinnigen Mitschüler Jonas kennenlernt, der sie mit Hartnäckigkeit zu verfolgen scheint. Obwohl die Beiden nicht unterschiedlicher sein könnten, scheinen sie sich langsam ineinander zu verlieben.

O-Ton IKARUS-Jury

Der Regisseur Jochen Strauch erzählt gekonnt von der Entwicklung der ungleichen Liebe, die an ihren Herausforderungen reift und zu zerbrechen scheint. Die Szenen werden minimalistisch umgesetzt, die Annäherung der beiden teils über Chats, die auf eine Betonwand projiziert werden, dargestellt. Der Live-Drummer Thilo Brandt treibt das Geschehen mit seinen kraftvoll - rhythmischen Klängen voran. Die zögerliche Liebesgeschichte wird überzeugend nuanciert durch die Hauptdarsteller Nina Reitmeier und Patrik Cieslik entwickelt. Eine gegenwärtige Romeo - Julia - Geschichte des kanadischen Erfolgsdramatiker Marcus Youssef – einfühlsam, mit viel Humor, voller Hoffnung und schonungsloser Ehrlichkeit!

Rohe Herzen | THEATER AN DER PARKAUE | 15+

 
 
Rohe Herzen | Foto: Christian Brachwitz
Rohe Herzen | Foto: Christian Brachwitz

Deutschsprachige Erstaufführung. Fünf Menschen, die sich auf der Schwelle zum Erwachsenensein befinden, treffen sich an einem dekadent anmutenden, verlassenen Un-Ort (Bühne und Kostüme von Claudia Charlotte Buchard), um mit sich selbst und den Anderen klarzukommen. Drei junge Frauen und zwei junge Männer, die nicht unterschiedlicher sein könnten und trotzdem so vieles gemein haben, wenn es um ihre Gefühle und ihr Innenleben geht. Im Fühlen, Lieben, Verzweifeln, Begreifen, Hoffen und Streben sind sie alleine. Vereint in ihrer Zerrissenheit und Orientierungslosigkeit.

O-Ton IKARUS-Jury

Dem Theater an der Parkaue ist es gelungen, nach der spannenden Vorlage von Laura Desprein, ihrer eindringlichen und pointierten Sprache, ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen, dass die Gefühlswelt der Teenager präzise einfängt und aufzeigt. Grell, anspruchsvoll, mitreißend und schonungslos! Eine beeindruckende Inszenierung von Volker Metzler und seinem spielfreudigen, starken Ensemble über die Verlorenheit und das Verlangen sowie über die Suche nach einer Wahrhaftigkeit in einer als verlogen empfunden Welt.
Ein Theater, das berührt und die Jugendlichen als Protagonisten ernst nimmt.
Ein Text, der unter die Haut geht. Ein Abend, der noch lange nachwirkt!

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