Manchmal sind es bedrückende Nachrichten, ein Lieblingslied, das zum Mittanzen einlädt, eine vertraute Sprache im Ohr oder auch Körper, die sich und uns berühren. Von all dem bekommen wir nicht nur Gänsehaut, es bewegt uns auch. In dem Tanzstück spüren Körper den Begegnungen nach, die ein Bewegt-Sein auslösen. Berührt werden kann sich gut anfühlen oder aber schwer auszuhalten sein und überfordern. In den letzten Jahren der Pandemie war eine Berührung von Körpern oft nicht möglich, da musste man Abstand halten, konnte nicht in die Schule gehen und wurde ermahnt, den Großeltern nicht um den Hals zu fallen. In „Gänsehaut“ kommen wir uns ganz nahe, sind bewegt und fragen: Wovon bekommst du Gänsehaut? Die Choreografin Modjgan Hashemian untersucht das Spannungsfeld von Berührung in pandemischen Zeiten, in denen der physische Aspekt reglementiert und angstbesetzt ist und der psychische massiv darunter leidet.