IKARUS 2009

Foto: THEATER COUTURIER & IKKOLA 
Foto: THEATER COUTURIER & IKKOLA
Foto: Kay Herschelmann 
Foto: Kay Herschelmann
 

Der IKARUS 2009 geht an Ente, Tod und Tulpe vom THEATER COUTURIER & IKKOLA

Am 13.10.2009 wurde im Rahmen einer Festveranstaltung im ATZE-Musiktheater der IKARUS 2009 an Ente, Tod und Tulpe vom THEATERCOUTURIER & IKKOLA durch die Geschäftsführerin der JugendKulturService gGmbH, Doris Weber-Seifert, verliehen. In Anwesenheit der Staatssekretärin für Bildung und Jugend, Claudia Zinke, zeichnete die Jury Jörg Lehmanns Inszenierung nach dem gleichnamigen Buch von Wolf Erlbruch als besonders herausragende Berliner Theaterinszenierung für Kinder und Jugendliche aus.

In ihrem Grußwort betonte Staatssekretärin Zinke: Ich begrüße es sehr, dass der JugendKulturService mit Hilfe seines Theaterbeirates die IKARUS-Auszeichnung ins Leben gerufen hat und  dass es seit drei Jahren in den Wochen des IKARUS auch die Möglichkeit gibt, alle Aufführungen zu besuchen, und dies sogar zu Sonderpreisen. Ich freue mich, wenn möglichst viele Gruppen aus Kindertagestätten und Schulen diese Möglichkeit nutzen und vielleicht auch ein Publikum erreicht wird, das zum ersten Mal mit der besonderen Welt des Theaters bekannt wird.

Auch dieses Jahr galt es, aus den im vorgegebenen Zeitraum 56 aufgeführten Premieren die Nominierungen und schließlich den Preisträger zu ermitteln. Die Jurymitglieder Gerhard Drexel und Ann-Christine Simke stellten zunächst die acht Martina Couturier und Heiki Ikkola Nominierungen vor, bevor Frau Dr. Kristin Wardetzky, Professorin für Theaterpädagogik an der UdK Berlin, die Laudatio sprach. Darin heißt es unter anderem: Die Ente des Heiki Ikkola und die Figur des Todes der Martina Couturier – stärkere Kontrastfiguren lassen sich kaum denken. Die Ente - personifizierte Lebensfreude, immer in Bewegung, ja in der Bewegung scheint sich der Sinn ihres Daseins zu erfüllen. Dagegen dieser Tod – zunächst als Puppe, dann in menschlicher Gestalt wie ein Schatten, lautlos auf der Bühne. […] So, wie der Tod mehr und mehr vom Lebendigen angesteckt wird und Lebendigkeit gewinnt, so nimmt die Lebenskraft der Ente ab. Am Ende ist sie nur noch müde. Szene aus Was für ein wunderbarer, magischer Moment, wenn die Hände des Todes zögernd nach der Ente tasten, unendlich vorsichtig, unendlich langsam, unendlich zärtlich, wenn er die Puppe vom Arm des Spielers abstreift und wie ein Kind in seinen/ihren Armen bettet. Da ist es still, ganzstill. Vorsichtig gibt der Tod die Puppe zurück an den Spieler, der sie aufs Wasser legt, und mit der Tulpe auf dem toten Körper schwimmt die Ente lautlos davon, begleitet vom Rauschen der Ewigkeit. […] Eine wunderbare Inszenierung, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen tief bewegend und berührend. Komisch und ernst, laut und leise, zart und burschikos, licht und dunkel – einfach hinreißend!

Foto: Kay Herschelmann 
Foto: Kay Herschelmann

Die Jury begründete ihre Wahl u.a. mit folgenden Worten: „Selten hat man im Kindertheater über den Tod so herzlich gelacht. […] Auf einfacher Bühne, die Couturier, Ikkola und Drelon hauptsächlich aus zwei Säulen für Puppenspiel und gespannten Seilen besteht, wird vom Puppenspieler die Ente so virtuos geführt, dass man sie in Freude und Traurigkeit ins Herz schließt. […] Diese Begegnung mit dem Tod ist vergnüglich, voller Leichtigkeit und auch ein wenig traurig und sie nimmt dem schweren Thema auf einer Kindertheaterbühne den Schrecken.“

Die Laudatio im Wortlaut (PDF, 75 KB)


IKARUS 2009: Nominierungen und Preisträger

Pippi Langstrumpf | Astrid Lindgren Bühne | ab 5 Jahre

Foto: Astrid Lindgren Bühne 
Foto: Astrid Lindgren Bühne

Pippi Langstrumpf, die eigentlich Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Efraims Tochter Langstrumpf heißt, ist neun Jahre alt und wohnt fast ganz allein in einem alten Haus, der Villa Kunterbunt. Eltern hat sie keine.

Dafür hat sie einen kleinen Affen, genannt Herr Nilsson, ein Pferd namens Kleiner Onkel, das sie auf den Händen tragen kann und zwei Koffer voller Gold. Die hat sie von ihrem Vater bekommen, dem Kapitän, der mit seinem Schiff ins Meer geweht worden ist, und der seitdem verschwunden ist.

Die Bremer Stadtmusikanten | ATZE Musiktheater | ab 5 Jahre | nach den Gebrüdern Grimm

Foto: Joerg Metzner 
Foto: Joerg Metzner

Vier Tiere, die nicht länger nützlich sind, machen sich auf nach Bremen, um ihr Glück als Stadtmusikanten zu machen. Diese simple Geschichte lässt sich vielschichtig in die heutige Zeit übertragen: Was geschieht mit Menschen, die in unserer Leistungsgesellschaft nicht bestehen? Und wie können wir gesellschaftlichen Normen und Zwängen entrinnen? Diese Fragen fließen mit Witz und Elan in eine musikalische Komödie mit Tiefgang ein. Eingebettet in zahlreiche Lieder, Formen des Bewegungstheaters und Mittel der Commedia dell’Arte prallen vier höchst unterschiedliche Typen aufeinander.

Die sieben Raben | Fliegendes Theater | für Kinder von 5-10 Jahren und Erwachsene

Foto: Fliegendes Theater 
Foto: Fliegendes Theater

Das Märchen der Brüder Grimm erzählt von sieben Brüdern, die durch einen Fluch in Raben verwandelt werden: Ein König lebt allein mit seinen Kindern. Als er eine neue Frau ins Haus bringt, gibt es Ärger. Die Stiefmutter ist eifersüchtig und verzaubert die Jungen in Raben. Nur das Mädchen entkommt dem Fluch. Sie macht sich auf die Suche nach ihren Brüdern und geht bis ans Ende der Welt.

Dort, in einem Glasberg eingeschlossen hausen die verzauberten Brüder. Wird es ihr gelingen, sie zu befreien?

Einstein - Genie, Mensch, Weltbürger. | ATZE Musiktheater | Kurzversion (Einstein 1): ab 9 Jahre | Langversion (Einstein 1-3): ab 13 Jahre | von Thomas Sutter

Foto: ATZE Musiktheater 
Foto: ATZE Musiktheater

Die Inszenierung des ATZE Musiktheaters portraitiert das Genie Albert Einstein in all seinen menschlichen Facetten: als einzigartigen Wissenschaftler, neugierigen Menschen, überzeugten Pazifisten, unkonventionellen Eigenbrötler, charismatischen Querdenker, sowie couragierten Kämpfer für Meinungsfreiheit und den Weltfrieden.

Während die Ausstattung mit Original-Kostümen sowie zahlreiche Bühnenprojektionen Zeit- und Lokalkolorit vermitteln, sorgt die Besetzung mit Cello, Violine, Klarinette, Gitarre, Bass und Klavier für musikalische Höhepunkte. Eine ebenso erfrischende wie erhellende Annäherung an einen Mythos – für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet!

Max und Milli | GRIPS THEATER | ab 5 Jahre | von Volker Ludwig

Foto: GRIPS Theater 
Foto: GRIPS Theater

Max (6 Jahre) versucht, mit allen möglichen Tricks das Zubettgehen hinauszuzögern, denn im Dunkeln hat er Angst. Seine kleine Schwester Milli (5 Jahre) hingegen findet Ekeltiere und Gespenster prima. Eine turbulente Geschichte über Ängste und Mut, Freundschaft und Vertrauen und über die Abenteuer, die der Kinderalltag zu bieten hat.

Geschwisterkonflikte, Elternverlustängste, das Entsetzen beim Geldverlieren, die Sehnsucht nach Kontakt, Wärme, Liebe, Anerkennung und das Elementarbedürfnis zu lachen: All das sind die Themen von MAX UND MILLI.

Märchenalarm | Wagner Schäfer Theater Zitadelle Produktion | ab 5 Jahre

Foto: Sandra Elhafani
Foto: Sandra Elhafani

Es war einmal ... so fängt jedes Märchen an. Jedes! Wie es aber weitergeht, wenn etwas durcheinander gerät … Zwei schräge Musiker erzählen (und singen) das Märchen von Ilse, die sich so sehr ein Kind wünschte und endlich eins bekommen soll. Der böse Zauberer droht es ihr wegzunehmen, es sei denn, sie löste drei schwierige Aufgaben.

Eine abenteuerliche Reise zu Hexen und Drachen, einer gelangweilten Prinzessin und ihrem traurigen König nimmt seinen Lauf. Schafft es Ilse, durch Klugheit und Humor das Märchen zu einem guten Ende zu führen? Aber wie heißt es so schön: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute! Die Guten wie die Bösen.

ENTE, TOD UND TULPE | THEATER COUTURIER & IKKOLA | ab 5 Jahre | nach Wolf Erlbruch

Foto: THEATER COUTURIER & IKKOLA 
Foto: THEATER COUTURIER & IKKOLA

Die Ente freut sich ihres Lebens, sie hat Spaß und planscht vergnügt im Teich, als ein unerwarteter Gast am See auftaucht – der Tod. Nach dem ersten Schrecken entschließt sich die Ente zur Flucht nach vorn und lädt den Gevatter zum Gründeln ein. Langsam kommen sich die beiden näher.

Der Tod muss seinen Job tun, deshalb tut er ihn mit größter Sorgfalt, und, nun ja, mit Menschlichkeit...  und am dennoch unausweichlichen Ende ist sogar der Tod ein wenig traurig – aber so ist nun mal das Leben. Ein behutsames und tröstliches, verspieltes und humorvolles Theaterstück für Kinder über den Tod.

Akte R | THEATER STRAHL | ab 14 Jahre | von Mirco Böttcher

Foto: Joerg Metzner 
Foto: Joerg Metzner

1985: Marko ist 17 als er sich in Budapest in einen West-Berliner Politiker verliebt. Marko ist Bürger der DDR, ein lebensfroher, eher unpolitischer junger Mann. Nun will ihn die Stasi zwingen, seinen Liebsten als IM zu bespitzeln. 1987: Marko sitzt – nach einem misslungenen Fluchtversuch – im Stasi-Knast Hohenschönhausen. Er hatte sich geweigert, für die Stasi zu arbeiten. Nun wird er unablässig verhört. 1999: Marko trifft im wiedervereinigten Deutschland seinen damaligen Stasi-Peiniger wieder. Der Albtraum kehrt zurück.

Die Pressetexte sowie Bildmaterial zur den IKARUS-Festwochen und den Preisverleihungen finden Sie in unserem Pressebereich

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